Welche Führung ist am besten?

Führungsstil – Welcher Führungsstil führt zum Erfolg?

Daniel Fehringer Allgemein

Kurze Antwort: keiner und jeder. Führung ist nicht nur ein Thema, das den beruflichen Alltag prägt, sondern auch das Privatleben. Schon von klein auf werden wir geführt. Ob von unseren Eltern, Freunden oder auch Lehrern. Sie alle führen uns in gewissen Situationen. Immer wenn mehrere Personen zusammenkommen und man miteinander arbeitet, braucht es Führung um Chaos zu vermeiden. Ein Fußballteam braucht etwa einen Trainer, der sich für die Mannschaft überlegt, wie man am besten ein Spiel gewinnt. Wer soll spielen? Welche Aufstellung ist nötig? Wann ist es Zeit jemanden auszutauschen? Wie reagiert man auf ein Gegentor? Was soll getan werden, wenn man in Führung geht? Wie behandelt man seine SpielerInnen am besten, damit sie das umsetzen, was ihnen angewiesen wurde? Es gibt zahlreiche Fragen, die eine gute Führungskraft beantworten sollte. Aber welche Führungsstile stehen einer Führungskraft zur Verfügung? Und noch wichtiger: Welcher ist der Richtige?

Der Pionier: Kurt Lewin

Bevor man einen bestimmten Führungsstil auswählen kann, sollte man wissen welche es überhaupt gibt. Kurt Lewin war ein Pionier der Psychologie und prägte auch die Forschung von Führungsstilen. Neben dem Modell der sozialen Veränderung (Wie kommt man von alten zu neuen Strukturen), legt er sich auf bestimmte Führungsstile fest. Die drei verschiedene Hauptstile sind: der autoritäre Stil, der kooperative Stil und de laissez-faire Führungsstil. Hierbei handelt es sich um „Extremstile“, die von anderen auch in mehrere abgewandelte Stile unterschieden werden. Die 3 Führungsstile nach Lewin sind jedoch optimal, um die Verschiedenartigkeit von Führung darzustellen.

Die Führungsstile: von autoritär zu kooperativ bis hin zu laissez-fair

Der autoritäre Führungsstil

Die autoritäre Führung wird auch als Top-Down (von oben herab) bezeichnet. Der bzw. die Vorgesetzte trifft sämtliche Entscheidungen alleine, gibt Vorgaben vor und führt Kontrollen durch. Die MitarbeiterInnen haben keinerlei Einfluss und sind nur zu Ausführung „berechtigt“. Der Fokus liegt auf den Ergebnissen, während persönliche Befindlichkeiten von der Führungskraft kaum berücksichtigt werden. Dadurch bleibt die Entscheidungsgeschwindkeit trotz einer großen Anzahl von Personen hoch und die Verteilung der Kompetenzen übersichtlich. Insgesamt erleichtert das auch die Kontrolle der MitarbeiterInnen. Das große Manko ist allerdings der fehlende Raum zur Entfaltung der MitarbeiterInnen. Daraus entsteht Passivität beim Handeln bzw. ausbleibende Motivation. Darunter kann in weiterer Folge auch das Arbeitsklima innerhalb des Teams leiden. Durch die One-Man-Show hängen die Entscheidungen von einer einzigen Person ab, wodurch das Risiko für Fehlentscheidungen steigt.

Die kooperative Führung

Der kooperative Führungsstil ist durch die enge Zusammenarbeit zwischen Führungskraft und Teammitgliedern geprägt. Alle Beteiligten tragen durch Beiträge aus ihren persönlichen Verantwortungsbereichen zum aktuellen Projekt bei. Dieser Stil ist oft bei projektorientierten Tätigkeiten ersichtlich, da offene Kommunikation gefördert wird und Mitspracherecht von allen Seiten vorherrscht. Sich einbringen zu können erhöht gleichzeitig die Mitarbeitermotivation, den Respekt untereinander und entlastet in gewissen Bereichen auch die Führungskraft. Darunter leidet jedoch das Tempo der Entscheidungsfindung. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass sich MitarbeiterInnen, deren Einwände nicht umgesetzt wurden, übergangen fühlen.

Der Laissez-faire-Führungsstil

Wenn Sie einen laissez-fairen Führungsstil pflegen, dann „lassen Sie machen“. Die MitarbeiterInnen haben hier die völlige Freiheit. Der bzw. die Vorgesetzte führt keine Bestrafung, Belohnung oder anderweitige Hilfeleistungen für seine MitarbeiterInnen durch. Dadurch werden die individuellen Stärken jedes einzelnen gefördert. Die MitarbeiterInnen besitzen bei dieser Art der Führung völlige Entscheidungsfreiheit. Diese Entscheidungsfreiheiten bedeuten allerdings auch das Fehlen von Vorgaben und Richtlinien. Ohne Selbstdisziplin kann dies zum Chaos führen und in purer Ineffektivität enden, da keinerlei Orientierungspunkte von Außen gegeben sind und eine Art Hilflosigkeit entstehen kann.

Fazit: Welcher Führungsstil ist nun der beste?

Es gibt keinen Führungsstil, der einzig und allein der beste ist. In der Vergangenheit strebte man es oft an möglichst kooperativ und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der MitarbeiterInnen zu handeln. Natürlich ist eine harmonische Beziehung zwischen Führungskraft und MitarbeiterInnen erstrebenswert. Sämtliche Personen bei jeder bzw. den meisten Entscheidungsfindungen miteinzubeziehen, ist allerdings nicht immer möglich.

Eine situationsbedingte Wahl des Führungsstils bringt in der Regel das beste Ergebnis. In stressigen Situationen, in denen alles sehr schnell gehen muss, ist es von Vorteil, wenn eine einzige Person Entscheidungen trifft. Bei einer langfristigen Projektentwicklung ist es für die bestmögliche Qualität wichtig, jedes Detail aus jedem Fachbereich zu berücksichtigen. Eine Situation, die für den kooperativen Führungsstil wie geschaffen ist. Aber auch die laissez-faire Führung ist bei kreativen Aufgaben und ausgeprägten Stärken der ausführenden Person eine ausgezeichnet Wahl. Zusammengefasst hat jeder dieser 3 „Extremstile“ seine Vor- und Nachteile. Erfolgreich führen kann man jedoch dann, wenn man den richtigen Führungsstil in der passenden Situation anwendet.
 
Haben Sie sich schon einmal selbst beobachtet? Welchen Führungsstil wenden Sie an? Bleiben Sie konstant bei einem Führungsstil oder orientieren Sie sich an der Situation? Lassen Sie es uns in einem Kommentar wissen.



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